Star Trek: Bridge Crew – Unser Erlebnis an Bord der Aegis und Enterprise

Das Kommando über ein Raumschiff der Föderation besteht nicht nur daraus, durch Asteroidenfelder zu gleiten und gegnerische Schiffe wegzupusten. Koordination und Kommunikation sind zwei Fähigkeiten die von essenzieller Bedeutung sind, während ihr Star Trek: Bridge Crew spielt. Zwar lässt sich der VR-Raumschiff-Simulator auch allein als Captain spielen, dass wirkliche Erlebnis entfaltet sich aber erst, wenn sich insgesamt vier Crew-Mitglieder zusammenfinden und sich gegenseitig mit Befehlen oder Statusberichten bombardieren.
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Gegenwärtig befindet sich euer Schiff noch im Raumdock, basierend auf den uns vorliegenden Berichten, steht aber dem Jungfernflug auf den VR-unterstützten Plattformen am 30. Mai nichts mehr im Wege. Natürlich hat sich die UbiBlog Crew es sich nicht nehmen lassen, die eigenen Teamfähigkeiten innerhalb von einigen Missionen unter Beweis zu stellen. Unser erster Auftrag war bereits eine Rettungsmission, während der wir von der Brücke der Aegis aus, einige Kolonisten aus dem klingonischen Territorium befreien mussten. Die zweite Mission beinhaltete die Verfolgungsjagd zwischen uns und einem Flüchtigen. Hierbei kam dann auch erstmals die Brücke der klassischen Enterprise (TOS-Ära) zum Einsatz, die bis ins letzte Detail auf Basis von Set-Repliken und von Fans zusammengetragenen schematischen Darstellungen nachgebaut wurde. Da wir in beiden Fällen in jeweils unterschiedliche Rollen geschlüpft sind, wollen wir euch hier einen kleinen Einblick in unsere Erlebnisse geben.

Chris Watters: Captain

Jeder Captain innerhalb der Föderation benötigt natürlich Selbstvertrauen, um seine Crew auch durch schwierige Zeiten führen zu können. Glücklicherweise versorgen einen die Bridge Crew Tutorials mit detailreichen Informationen über den eigenen Zuständigkeitsbereich, was die Sache etwas einfacher macht. Man erfährt also nicht nur, welche Aufgaben der Captain hat, sondern auch, was die Navigation, der taktische Offizier und natürlich der Chefingenieur so alles zu tun haben. Betretet ihr die Brücke alleine, öffnet sich ein Befehlsrad, sobald ihr zu einer anderen Station seht. Spielt ihr jedoch mit anderen zusammen, liegt es an ihnen ihre Aufträge entsprechend ihren Zuständigkeiten auszuführen.

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Ihr hingegen, müsst ihnen natürlich auch sagen, was sie tun sollen. Nur der Captain kann die Missionsziele sehen und führt euch durch die Mission, er muss sich also darauf verlassen können, dass jedes Crew-Mitglied auch seiner Pflicht nachkommt. Von daher ist es natürlich hilfreich, wenn man deren Pflichten genau kennt, aber als frischgebackener Captain wurden meine wesentlich weniger selbstbewussten Befehle von meinen Crew-Mitgliedern bereitwillig interpretiert. Die Auswahl eines Zielortes und der Befehl, “Wir müssen dahin fliegen”, wurde vom Chefingenieur beispielsweise zum Anlass genommen, die Warpgondeln aufzuladen, während der Navigator uns auf den richtigen Kurs brachte. Nach einigen etwas voreiligen „Beschleunigen!” – Befehlen, hatte ich dann verstanden, dass der Prozess eines Warpsprungs aus zwei Phasen besteht. Immerhin war mein Enthusiasmus aber gut für die Moral der Crew (sie lachten herzlich darüber).

Als wir in eine Gefechtssituation gerieten, wurde es allerdings ganz schön heiß auf dem Stuhl des Captains. Alles begann mit der Aktivierung der allseits-beliebten Alarmstufe Rot (die sich besonders gut dafür eignet, die eigene Crew wieder auf die Füße zu bringen, falls es zu ruhig wird), aber es dauerte dann auch nicht mehr lange, bis ich alle Hände voll zu tun hatte. Obwohl die einzelnen Mitglieder der Besatzung natürlich den Schild- und Hüllenstatus sowie die Position des Schiffes und die des Gegners sehen können, liegt es doch im Aufgabenbereich des Captains, die einzelnen Aktionen zu koordinieren um das Missionsziel zu erreichen. So mussten wir beispielsweise oftmals zeitintensive Aufgaben erfüllen, während wir uns gegen feindliche Schiffe verteidigten. Es dauerte nicht lange bis ich begriffen hatte, warum Picard immer „Bericht!“ befahl, sobald er die Brücke betrat.

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Immer auf dem Laufenden zu sein, war selbst dann wichtig, als sich ein tödliches Sonnenereignis anbahnte und wir alle Hände damit voll hatten, diverse Leute aus den Rettungskapseln zu bergen. Hier musste ich die Verwaltung unserer Ressourcen genau im Auge haben, um noch in letzter Minute verschwinden zu können. Dieses Erlebnis hat mir wahrlich einen guten Eindruck von dem Nervenkitzel vermitteln können, der mit der Position des Captains verbunden ist. Später, als wir durch ein Asteroidenfeld navigierten und gleichzeitig klingonische Raubvögel abwehren mussten, war die Anspannung darüber, nicht selbst alles ins Lot bringen zu können und die Befürchtung das Schiff nicht vor der Zerstörung retten zu können, durchaus spürbar (obwohl es nicht zerstört wurde). Natürlich war auch diese Achterbahn der Gefühle immer Bestandteil der Star Trek-Episoden, aber all das selbst durch meinen Körper rauschen zu lassen, während ich auf der Brücke saß, war ein solches Erlebnis, dass ich es bis zum nächsten Mal kaum erwarten kann.

Giancarlo Varanini: Taktischer Offizier

Der taktische Offizier eines Föderationsraumschiffes zu sein, ist eine große Verantwortung. Schließlich ist man neben den Waffen und Schutzschilden auch nur eine Fingerlänge von den Knöpfen für die Sensoren, Transporter und Eindringlingsalarmen (die es an jeder Station gibt) entfernt. Mit anderen Worten: Sobald das Schiff in einen Konflikt mit einem Haufen klingonischer Raubvögel gerät, während die Crew damit beschäftigt ist, Überlebende aus Rettungskapseln zu bergen – wird es ziemlich heftig. Glücklicherweise dauert es nicht allzu lange auf der Aegis, bis man weiß, was man wo zu tun hat. Bereits innerhalb der ersten Missionen werdet ihr mit dem Konzept vertraut gemacht und erfahrt beispielsweise, dass ihr durch die Deaktivierung der Schilde und dem Scannen der Schiffe, nicht nur Informationen über dessen individuelle Systeme erhalten könnt, sondern sie auch zugängig für Außenteams werden. Für den Fall, dass ihr z.B. ein freundliches Schiff davor bewahren wollt, in eine Anomalie zu driften und hierfür dessen Triebwerke deaktivieren müsst, ist das schon ganz praktisch.

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Was die Gefechte angeht ist der Abschuss von Phasern oder Torpedos relative einfach gehalten, wobei aber auch hier die allgemeine Aufmerksamkeit und Kommunikation eine wichtige Rolle spielen, wenn man einen guten Job als Taktischer Offizier machen will. Nachdem meine “Crew” von der Aegis Brücke zur Enterprise Brücke gewechselt war, begaben wir uns auf eine neue Mission, während der wir einen Piraten in ein Asteroidenfeld verfolgen mussten. Wenn man die Kontrolle über die taktischen Systeme hat, ist die Versuchung groß mal eben alles abzufeuern was man hat, um ein Schiff manövrierunfähig zu Machen oder zu zerstören. In diesem Szenario jedoch, war mir nicht sofort bewusst, dass ich statt dem feindlichen Schiff ständig nur Asteroiden traf. Das war dann auch der Moment, in dem ich realisierte, dass ich mehr auf meinen Captain und die Crewmitglieder hören muss, da sie in der Zwischenzeit daran arbeiteten, dass Schiff aus dem Asteroidenfeld zu bringen, um meine Chance auf einen Volltreffer zu erhöhen.

Egal ob man jetzt gestrandete Überlebende gerettet oder während einer Schlacht die Klingonen erfolgreich bekämpft hat, wenn alles gut läuft, ist das Gefühl der Erleichterung als taktischer Offizier einfach großartig. Das heißt aber im Umkehrschluss auch, dass ihr die meisten Beschwerden abbekommen könntet, wenn alles nicht so gut läuft.

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Mikel Reparaz: Ingenieur (Aegis), Steuermann (Enterprise)

Der Ingenieur auf der Brücke ist perfekt für alle Spieler, die lieber eine unterstützende Rolle einnehmen wollen. Als Ingenieur beteiligt ihr euch zwar nicht an Gefechten oder der Steuerung des Schiffes, aber müsst stattdessen die Energie an die einzelnen Systeme verteilen, wobei hier besonders die Phaser, der Antrieb und die Schilde gemeint sind, die ihr mit bis zu 5 Energiestufen versorgen könnt. Im frühen Abschnitt unserer ersten Mission an Bord der Aegis, war dieser Job nicht sehr intensiv, bestand er doch hauptsächlich daraus, dem Antrieb immer genug Energie zuzuführen, um z.B. auf Impulskraft beschleunigen zu können. Doch sobald wir die Aufmerksamkeit einiger Klingonen auf uns gezogen hatten, begann sich das zu ändern.

Im Idealfall besteht der Job eines Ingenieurs daraus, während einer Gefahrensituation den Energieverbrauch des Schiffes niedrig zu halten, um möglichst unentdeckt zu bleiben, aber sobald man entdeckt wurde, heißt es „Umdenken“! Jetzt müssen schnell die Schilde mit Energie versorgt werden, um weiterhin stark bleiben zu können und auch die Phaser brauchen Energie, um das anvisierte Ziel treffen zu können. Interessanterweise geht es bei den Phasern nicht um Stärke, sondern vielmehr um Reichweite. Denn sobald ein Ziel weniger als 10 Kilometer entfernt ist, braucht man nur noch eine oder vielleicht zwei Energiestufen, wohingegen Ziele die bis zu 20 km entfernt sind, schon das Maximum benötigen. Wenn selbst das Maximum nicht mehr ausreicht, lässt sich die Energie aber auch von anderen Systemen abziehen und damit ein System mit noch mehr Energie versorgen – das sollte man aber nicht zu lange machen, denn sonst droht ihr das Schiff zu beschädigen.

Sobald die Hülle diverse Treffer einstecken muss, leiden darunter natürlich auch diverse lebenswichtige Systeme. Sobald das geschieht, sollte man als Ingenieur eine der drei Reperatu-Teams losschicken, die entwerden den Schildemittern, dem Antrieb, den Phaserbänken, Torpedos, Sensoren oder dem Warpkern zugewiesen werden können. Und da wir gerade bei Warp sind, die Aufgabe eines Ingenieurs ist es auch, den Warpkern zu laden, sobald es Zeit ist das System zu verlassen. Während diesem Zeitfenster, hat der Navigator dann die Möglichkeit das Schiff neu auszurichten, den Kurs zum neuen Zielort zu setzen und kann anschließend den Warpantrieb starten.

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Nachdem wir von der Aegis zur Original-Enterprise wechselten, nahm ich die Position des Steuermanns ein und musste feststellen, wie sehr sich die Steuerung von den anderen unterschied. Um die Original-Brücke so detailliert wie möglich umsetzen zu können, besuchte das Entwicklerteam eine Nachbildung des Original-Sets und studierte Fan-Dokumentationen darüber, wie die Steuerung auf der Brücke genau funktioniert. Dadurch erschien mir die Steuerung auf die ich jetzt starrte, der von George Takei sehr ähnlich zu sein, die er als Hikaru Sulu zu sehen bekam. Eine sechs mal sechs Fuß große Konsole, mit Gummidrops – ähnlichen Knöpfen ohne Beschriftung und einer Reihe von Schaltern direkt darunter.

Dankenswerterweise könnt ihr euch, sowohl auf der Aegis als auch auf der Enterprise, in Star Trek: Bridge Crew einblenden lassen, welcher Knopf was genau bewirkt. Die Steuerung des Schiffes wurde durch eine WASD-ähnliche Reihe von Knöpfen ermöglicht und durch Umschalten der Kamera-Perspektive konnte ich sogar das Äußere des Schiffes sehen, was wesentlich deutlicher war, als auf dem kleinen Hauptbildschirm der Enterprise (jedenfalls im Vergleich zu dem der Aegis). Dadurch stiegen dann auch gleich meine Chancen, Asteroiden erfolgreich zu umfliegen. Wie sich herausstellte, dienten die einzelnen Schalter der Aktivierung des Impulsantriebs und Warpantriebes, welche beide die Reisegeschwindigkeit deutlich erhöhen. Aber auch der Einsatz dieser Systeme muss mit dem Maschinenraum koordiniert werden, den dieser muss schließlich sicherstellen, dass der Antrieb über genug Energie für den Impulsantrieb verfügt oder die Warpgondeln aufladen, damit man das System verlassen kann.

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Da das Original-Set eher für’s Auge gedacht und weniger auf Funktionalität ausgelegt war, schien mir die Steuerung der Enterprise wesentlich weniger intuitiv zu sein als auf der Aegis, aber die Bridge Crew Version verspricht eine wirklich fantastische Erfahrung für Fans zu werden.

Star Trek: Bridge Crew wird ab 30. Mai für Oculus Rift, HTC Vive und PlayStation VR erhältlich sein.

Star Trek: Bridge Crew

Star Trek: Bridge Crew

Release Datum — 30. Mai 2017
Entwickler — Red Storm Entertainment
Star Trek: Bridge Crew versetzt dich und deine Freunde als Offiziere der Sternenflotte in das Herz eines Raumschiffes der Föderation, wo jede Aktion und Entscheidung die ihr gemeinsam trefft, über das Schicksal von Schiff und Crew entscheiden. Speziell für VR entwickelt, bietet Star Trek: Bridge Crew als einziges Spiel eine lebensnahe Spannung innerhalb des Star Trek Universums. In Star Trek: Bridge Crew werden die Spieler von der Föderation ausgesandt, um an Bord des neuen Raumschiffs U.S.S. Aegis eine wichtige Aufgabe zu übernehmen. Ihre Mission wird die Erforschung eines unkartografierten Bereichs des Weltraums, der als "Der Graben" bekannt ist sein. Man hofft dort eine mögliche neue Heimatwelt für die reduzierte vulkanische Bevölkerung finden zu können. Der Graben besteht nicht nur aus atemberaubender Schönheit und unentdeckten Wundern, sondern auch aus Anomalien und unbekannten Gefahren. Zudem ist auch das klingonische Imperium innerhalb dieser Region aktiv und der Grund für deren Gegenwart stellt ohne Zweifel eine Gefahr für die Pläne der Föderation dar. Es wird an euch und eurer Crew liegen, den Sektor zu kartografieren, die Ziele der Klingonen zu ermitteln und eine friedliche Föderationspräsenz zu etablieren.
Der Autor

Mikel Reparaz war Redakteur bei GamesRadar, PlayStation: The Official Magazine, MacLife und Official Xbox Magazine. Jetzt arbeitet er als Kommunikationssöldner für den UbiBlog. Folgt ihm auf Twitter unter: @Wikiparaz