Rainbow 6 Siege – Auf diese Caster könnt ihr euch freuen! – Teil 1

Rainbow Six Siege kann seit dem Launch auf zahlreiche Herausforderungen, Modifikationen und Erweiterungen zurückblicken. Das Entwicklerteam von Ubisoft Montreal setzte von Anfang an alles daran, ein kompetitives Spiel mit großem eSport-Potenzial zu kreieren. Rainbow Six Siege sollte sich dabei neu und innovativ anfühlen: es sollte ein Spiel werden, das eine hohe taktische Komplexität innehat und sich ständig wandelt und den Spieler herausfordert – ein Spiel, das seine Spieler dazu antreibt, nach kreativen Lösungen und Strategien zu suchen und sich den „Spiel-Raum“ zu eigen zu machen. 1,5 Jahre ist es nun her, seit die Operator von Rainbow Six zum ersten Mal die Barrikaden stürmten; die Pro League der ersten Saison war ein großer Erfolg und jetzt befinden sich die deutschlandinternen Wettkämpfe der „Rainbow Six Lounge Series“ in ihrer heißen Phase, denn am 13. Mai findet das große Finale in Berlin statt, bei dem die zwei besten deutschen Teams aufeinandertreffen werden.

Rainbow Six wächst. Der deutsche eSport wächst. Wir erleben gerade eine spannende Zeit, in der professionelles Gaming zusehends ernster genommen wird und damit ganz neue Möglichkeiten entstehen, eSport zu fördern, zu entwickeln und als Ereignis zu teilen und zu feiern. Diese Entwicklung wollen wir in Zukunft mit euch gemeinsam Schritt für Schritt mitverfolgen, zumal sie ohne den Einsatz und das Herzblut all der Spieler, Community-Aktivisten und Broadcaster nicht annährend so präsent wäre, wie sie es jetzt ist. Aus diesem Grund haben wir unser cooles Moderatoren-Duo des anstehenden großen „Rainbow Six Lounge Series“-Finales – Marius „verdipwnz“ Lauer und Juliane Jahn – dazu eingeladen, uns einige Fragen zu ihrer Arbeit zu beantworten. Den Auftakt zu dieser Reise macht Marius:

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Hallo Marius, wir freuen uns sehr, dass du uns ein paar Fragen beantworten möchtest! Würdest du dich unserer Community bitte kurz vorstellen und erzählen, was du so machst? 

Hallo, mein Name ist Marius Lauer und bekannt bin ich als „verdipwnz“. Ich bin 32 Jahre jung und lebe derzeit mit meiner Freundin zusammen in Magdeburg. Wir haben zwei Hunde und eine Katze. Ich bin derzeit Caster & Analyst für Rainbow Six Siege und dazu mache ich noch andere Sachen rund um Rainbow Six Siege und plane Turniere (Siehe unsere Community Cups).

Du arbeitest auch bei PENTA Sports. Welche Rolle übernimmst du da?

Ich bin bei PENTA Sports Host, Caster und Projekt Manager und darüber hinaus Key Account Manager für UbisoftDE. Hier übernehme ich viele Rollen: so bin ich in die Planung und Durchführung von Turnieren involviert und ich packe bei Events wie Dreamhack Leipzig an. Ich baue dort auf, caste die Turniere vor Ort und baue schließlich wieder ab. Ich caste an sich viele Spiele aber professionell nur Rainbow Six Siege.

In der Spielebranche bist du ja schon ein alter Hase. Wie hat sich deine Begeisterung für Videospiele entwickelt und was bedeutet es für dich, zu zocken?

Das ist eine echt coole Frage, ich hatte schon immer die Affinität zum Spielen. Es war einfach immer mein Ding, mich mit anderen zu messen. Angefangen mit Fifa 95 und Olympia Soccer auf der Playstation, über andere Spiele, die es damals gab. Dann kam der PC und hier wurden dann SWAT und Half Life gespielt, und so bin ich – wie so viele – dem Counter Strike-Wahn verfallen. Mir macht es einfach Spaß, so wie auch Handball und Golf spielen. Es ist für mich ein guter Ausgleich zu den körperlichen Sportarten, da ich am Ende von einer „Session“ echt kaputt bin 😊.

Was machst du am liebsten in deiner Freizeit, wenn du dich ausnahmsweise mal nicht mit Games beschäftigst?

Ich gehe gern Gassi mit den Hunden, mache was mit meiner Freundin z.B. ins Kino gehen, Golf spielen, feiern usw. Ich bin also ein ganz normaler Mensch 😊. Das Wichtigste ist die Familie und dafür lass ich auch alles stehen und liegen!

Du spielst Rainbow Six Siege und bist auch beruflich stark in das Spiel involviert: so moderierst du die Finals und streamst und castest die Rainbow Six Pro League. Was unterscheidet Rainbow Six Siege in deinen Augen von anderen Taktik-Shootern?

Oha, hier könnte ich jetzt einen Aufsatz schreiben. Ich versuche mal, mich kurz zu fassen: Die anderen Taktik-Shooter haben eher einen „linearen“ Aufbau. Man hat auch andere Ebenen aber diese sind meistens nur durch direkte Wege verbunden und Rotationen werden hier klarer. In Rainbow Six Siege ist dies nicht gegeben. Das Spiel hat durch seine „Destructability“ echt viel mehr Anspruch. Man muss in einen Raum gehen und schauen:

  • Ist ein Loch im Boden und aus welchem Material ist der Raum, den ich betrete?
  • Wo ist das Loch in der Wand?
  • Auf welche Wand muss ich aufpassen?
  • Welche Tür ist wichtig?
  • Können Gegner über mir sein?

Die Dreidimensionalität in Rainbow Six Siege ist echt etwas ganz Anderes und macht das Spiel anspruchsvoller als viele andere Taktik-Shooter. Durch die Grafik und Operatorauswahl hat es auch seinen Charme. Rundum ist Rainbow Six Siege taktisch sehr aufwändig und dazu muss man auch noch Aim haben. Es hat zwischen den großen Titeln wie Counter Strike GO, Crossfire (im asiatischen Raum), CoD und Battlefield seine Daseinsberechtigung und sogar das Potenzial, ganz oben mitzuspielen und gute Geschichten zu erzählen, da es ein echt spannendes Spiel ist.

Auf welcher Karte spielst du bei Rainbow Six Siege am liebsten und wie beeinflusst sie dein Spielverhalten?

Oha, das ist echt schwer zu sagen. Ich mag irgendwie alle. Ich kann kaum sagen: „Ok, diese Karte ist jetzt die Karte, die ich immer spiele.“ Ich mag Favela, Grenzlinie (die ist echt stark), Clubhaus, Chalet und Café Dostojewski echt doll. Mein Spielverhalten hängt echt auch davon ab, wie mein Team mich fordert und mich braucht. Ich spiele alles und übernehme keine spezielle Rolle. Klar, bei einigen Maps spiele ich passiver und wiederum bei anderen offensiver. Aber auch hier gilt: An einigen Tagen läuft‘s und an anderen nicht 😃. Gut, dass ich kein professioneller Spieler bin, haha, hier würde ich echt Ärger mit den Kollegen und Coaches bekommen 😊.

Kannst du einem Außenstehenden erklären, worauf es deiner Meinung nach bei einem guten Team ankommt? Was würdest du angehenden Spielern auf den Weg geben?

Zu diesem Thema gibt es ein gutes Video von mir, in dem ich das erkläre, aber grundsätzlich gilt:

Ein gutes Team ist konstant, offen für Feedback, motivierend und eine Gruppe aus Freunden. Was ich damit meine ist, dass Konstanz das A und O im eSport ist. Denn nur mit Übung und der Arbeit mit den gleichen Spielern wird man besser. Natürlich wird es auch mal einen Wechsel geben, aber nach einem Monat oder vier Monaten braucht man sich in der Regel nicht aufzulösen. Hier gibt es natürlich immer noch Gegenbeispiele, bei denen es sinnvoll ist, jemanden auszuwechseln. Das kann es immer geben. Aber wegen eines verlorenen Turniers einen Disband anzustreben, ist nicht sinnvoll. Man muss stattdessen einfach viel mehr trainieren! Dann geht es ums richtige Üben und um sinnvolle Rückmeldungen innerhalb des Teams. Nicht beleidigen, sondern KONSTRUKTIV sein! Viele unterschätzen die Stärke von konstruktivem Feedback. Zu sagen: „Das war schlecht“ ist keine konstruktive Kritik oder sinnvolles Feedback. Nützlicher wäre eine Aussage wie: „Der Move in die Bombsite war schlecht, da XY gefallen ist. Besser wäre es, wenn du im Hallway gewartet hättest“. Genaue Angaben darüber, was falsch gelaufen ist und was nächstes Mal gemacht werden muss, um sich zu verbessern, sind hier zielführend und die absoluten Grundregeln von lösungsorientiertem Feedback. Des Weiteren ist Kommunikation wichtig, die zu Motivation führt. Auch der Ton macht die Musik und die Art und Weise, wie ich mit meinen Kollegen umgehe. Wichtig ist erst einmal: Habt Spaß, trainiert und setzt euch nicht unter Druck 😊 Gewinnen ist das eine, Lernen ist das andere.

Der deutsche eSport verändert sich gerade rasant. Offiziell ist eSport noch nicht als erstzunehmende Sportart anerkannt, doch dieser entscheidende Schritt ist in greifbarer Nähe. Wie siehst du diese Entwicklung und was wünschst du dir für die Zukunft?

Ich wünsche mir für die Zukunft, dass auch die Deutsche Community und die angehenden Spieler mehr machen, um den eSport professionell aussehen zu lassen. Dies ist leider noch nicht gegeben. Es gibt eher wenige Pressestimmen, Trainings usw. Hier sollte man definitiv mehr aufklären. Diverse Verhaltensweisen müssen angepasst werden, ansonsten wird eSport nie als Sport anerkannt. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass eSport noch weiterwachsen wird und wir in diesem und im nächsten Jahr mehr sehen werden. Was Rainbow Six Siege betrifft, so bin ich der Meinung, dass dieses Spiel noch in den Babyschuhen steckt – und hier wird es noch richtig explodieren. Wir müssen nur aufpassen, dass wir die Blase nicht zerplatzen lassen. Ein sehr weiser Mann hat mir mal gesagt: „Kleine Babyschritte, Marius, kleine Babyschritte.“ Wichtig ist nur, dass wir, die Community, weiter an uns arbeiten und Tag für Tag mit Spaß an die Sache herrangehen.

 

Wie bereitest du dich auf das Offline-Finale am 13. Mai vor?

VODs schauen, meine Mitschriften organisieren und verschönern, diverse Sachen wie Giveaways vorbereiten und noch an anderen Projekte arbeiten 😊  Wichtig ist auch, Statistiken weiter auszuarbeiten und sich auf die Teams, eventuelle Spielerwechsel und Season Achievements vorzubereiten. Leider gibt es noch keine Demos/ Replays von Rainbow Six, bei denen man sich jedes Spiel anschauen könnte, daher schaue ich mir so viele VODs wie möglich an. Ansonsten wird die Stimme geschont. Und ich freue mich auf das Event.

Was müsste passieren, damit dir während einer Moderation auch mal die Worte fehlen?

Oh jeh 😃 das geht schnell. Ein echt geiler Move, ne tolle Nachricht oder jemand hampelt vor meinen Monitoren herum, haha. Nein, Spaß beiseite. Ich bin ab und an so im Tunnel, da bleiben nur die Spielzüge aus. Ich mache meist schon das Handy aus und lege es beiseite, genau wie ich auch keinen Chat anhabe, da ich sonst mit Lesen beschäftigt wäre. Oder die Stimme ist kaputt, weil das ganze Event so irre ist 😊

Was möchtest du unserer Rainbow Six Siege-Community am Ende noch sagen?

Ich will mich auf diesem Weg nochmal bei allen bedanken, die mir zuschauen und die mein Interview hier lesen. Fans sind wichtig, die Community ist wichtig. Ich sehe mich als euer Produkt. Vielen, vielen Dank und wir rocken das Jahr und das nächste und, und, und… ich weiß nicht, wie ich euch danken soll. Denn ohne diese super Community wäre ich nicht hier.