Rainbow 6 Siege – Auf diese Caster könnt ihr euch freuen – Teil 2

Der Samstag naht und damit auch das große Finale der „Rainbow Six Lounge Series“ in Berlin! Ob ihr nun den Nervenkitzel vor Ort im PENTA Sports ELZ in Berlin miterlebt oder auf unseren Twitch– oder YouTube-Kanälen einschaltet, eines ist sicher: es wird ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen! Damit ihr auch im rasantesten Match den Überblick behaltet, werden euch unsere beiden phantastischen Moderatoren Juliane Jahn und Marius „verdipwnz“ Lauer zur Seite stehen, mit euch mitfiebern und nichts unkommentiert lassen.

In unserem letzten Post hat uns Marius unter anderem einige Fragen zum Thema eSports beantwortet. Dieses Thema von verschiedenen Seiten zu beleuchten, ist uns ein großes Anliegen; denn ebenso wie Rainbow Six Siege im Grunde genommen eine Art lebender Organismus ist, der durch die Hingabe und die Vision der Entwickler einerseits und das Feedback und die Unterstützung der Community andererseits aufrechterhalten, ausbalanciert und weiterentwickelt wird, so ist eSport ein Phänomen, ein Ereignis – und nicht zuletzt ein Sport – der nicht nur von den Organisatoren sondern auch von all den Spielern, Castern und Community-Mitgliedern mitgeformt wird, die sich für ihn einsetzen. Heute wollen wir Juliane das Wort überlassen und wir freuen uns darauf, auch in Zukunft mehr von ihr und Marius zu hören:

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Hallo Juliane, wir freuen uns sehr, dass du uns ein paar Fragen beantworten möchtest! Würdest du dich unserer Community bitte kurz vorstellen? 

Hallo, ich bin Jule, bzw. JooleBamboole – 29 Jahre alt und wohne am wunderschönen Bodensee nahe Konstanz. Ich verdiene meine Brötchen seit über 2,5 Jahren als selbstständige Online Marketing Beraterin mit Fokus auf Social Media.

Du spielst ja sehr gerne und teilst deine Leidenschaft für Videospiele auf deinem Twitch-Kanal. Wie hat sich diese Begeisterung entwickelt und was bedeutet es für dich, zu zocken?

Dafür möchte ich gerne kurz ausholen – mein damaliger Freund hat ständig Guild Wars 1 gespielt, ich war irgendwann echt davon angenervt, wie er beispielsweise mehr Zeit damit verbringen konnte, wenn ich einmal zu Besuch war – ich denke, manch einer kennt die Situation 😉 – dann hat er einen klugen Schachzug gemacht und mich gefragt, ob ich mir nicht einfach mal einen Charakter erstellen möchte. Tja, und dann war’s passiert. Was mich an dem ganzen so fasziniert, ist der Zusammenhalt in einer Community. Sei es damals eine ganze Gilde oder wie jetzt ein Team. Gemeinsam etwas zu erreichen und sich gegenseitig zu unterstützen, das macht für mich Online Gaming aus.

Man kann auf Twitch zuschauen, wie du bei Rainbow Six Siege in den Einsatz gehst. Was fasziniert dich an Rainbow Six Siege und was unterscheidet es in deinen Augen von anderen Taktik-Shootern?

Ich erinnere mich noch ganz genau an meine erste Terrorist Hunt in der Open Beta. Ich kannte Shooter bislang nur durch CS:GO. Rainbow Six Siege hat mich schon nur in dieser kleinen Hunt Mission voll erwischt. Das Erlebnis aus Grafik, Sounds und dem eigenen Movement hat mich förmlich geflasht. Ich bin damals direkt an einem Bomber-Terroristen gestorben, weil ich vor Schreck nicht schießen konnte (die machen mich heute noch verrückt…). Rainbow Six Siege ist nicht nur taktisch ein spannendes Erlebnis, sondern für mich auch atmosphärisch unschlagbar. Die Auswahl an Operatoren ermöglicht es jedem Spieler, sich individuell zu entfalten und auch vieles auszuprobieren, bis man das gefunden hat, was einem wirklich liegt. Sich dann im Team zu unterstützen und daran zu arbeiten, gemeinsam besser zu werden, zeichnet für mich das Spielen von Rainbow Six Siege aus. Dazu kommen dann noch die vielen unterschiedlichen Spielweisen: Je Map, je Operatoren-Wahl kann sich jede einzelne Runde neu entwickeln und es bleibt jedes Mal spannend.

Hast du einen Lieblings-Operator, mit dem du in den Kampf ziehst und worauf achtest du bei der Auswahl deines Helden?

Lieblings-Operator… Ich spiele unheimlich gerne Ash und Hibana – oder generell die schnellen, leichteren Operatoren. Ich bin vielleicht nicht unheimlich gut in deren Spielweise, es macht mir aber trotzdem Spaß, mich da momentan heranzuarbeiten. Grundsätzlich wähle ich aber Operator, die durch ihr Gadget oder ihre Spielweise das Team unterstützen, und ich habe wirklich Spaß an jedem Operator. Mal spiele ich auch einen Montagne oder Smoke oder Mira – die Auswahl macht es möglich.

Der Creative Director Rainbow Six Siege Xavier Marquis sagte mal: “It’s not difficult to play Siege; it’s hard to master it, which is different.” Wie empfindest du das als Siege-Spielerin? Wo siehst du persönlich die größte Herausforderung?

Siege zu spielen ist wirklich nicht schwierig. Man kommt schnell ins Spiel rein und versteht das Prinzip, worum es geht – Angriff oder Verteidigung. Für mich gibt es dann ein „Next Level“ – das ist als Team zu agieren, eine Taktik zu haben, wie man die Verteidigung hält oder einen Angriff startet. Jeder für sich kann natürlich seinen Operator picken, den er mag und mit dem er vielleicht besonders gut ist und dann die Runde überstehen – oder nicht. Die Herausforderung besteht dann aber darin, das taktische Vorgehen wahrzunehmen und als Einheit mit deinen Teammates zu agieren. Das macht für mich dann ein ganz besonderes, viel komplexeres Spielerlebnis aus.

Du arbeitest bereits seit längerem in der eSport-Branche. Welche Aufgabenbereiche hast du da übernommen und was hast du aus dieser Zeit für dich mitgenommen?

Ich habe die Möglichkeit, mein berufliches Fachwissen in die eSport-Branche einzubringen. So unterstütze ich Teams und Einzelpersonen zum Beispiel bei ihren Social Media Vorhaben, gebe Tipps und berate sie bei ihren eigenen Marketing-Zielen. Viele wissen meist gar nicht, welche Organisation eigentlich hinter einem ihres Lieblings-eSport-Teams steckt. Dass da tatsächlich ein ganzes Management dahintersteht und Zeit, Schweiß und Geld investiert – und in vielen der Fälle das alles ehrenamtlich tut. Es gibt viele Organisationen, die Einnahmen direkt re-investieren und Sponsorengelder sind meist „nur“ für die Spieler der Teams gedacht. Oft sind fünf- oder mehr junge, engagierte Personen für ihr eSport-Team tätig – und das alles in ihrer Freizeit und gestartet mit dem Geld aus den eigenen Taschen. Das ist in meinen Augen etwas, das die Community oftmals gar nicht sieht und viel mehr Anerkennung verdient hat.

Der deutsche eSport verändert sich gerade rasant. Offiziell ist eSport noch nicht als erstzunehmende Sportart anerkannt, doch dieser entscheidende Schritt ist in greifbarer Nähe. Wie siehst du diese Entwicklung und was wünschst du dir für die Zukunft?

Ich finde die aktuelle Entwicklung großartig – das hätte schon ein paar Jahre früher passieren können ;). Ich wünsche mir für die Zukunft mehr Verständnis für diesen Sport, denn genau das ist eSport – Sport. Eine mehrstündige Session an Ranglistenspielen lastet mich körperlich und geistig enorm aus, was die Profi-Teams zusätzlich noch an Leistung erbringen, ist einfach nur Wahnsinn. Auch ohne diese starke Community hinter dem eSport wäre diese Entwicklung gar nicht möglich. Ich hoffe, dass das Thema weiter wächst und noch mehr Anhänger findet und sich eSport weiter als ernstzunehmende Branche entwickelt.

Wie kam es dazu, dass du gemeinsam mit Marius das Offline-Finale der „Rainbow Six Lounge Series“ moderieren wirst?

Ich kann das ganze selbst noch gar nicht fassen, so schnell war es passiert. Ich habe Marius‘ Streams und Casts verfolgt und bin dann zufällig mit ihm zusammen zum Rainbow Six Siege Spielen gekommen. Wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden und das gemeinsame Spielen und Streamen hat richtig Spaß gemacht. Auf einmal schrieb er mir und fragte mich, ob ich kurz Zeit für ein Telefonat hätte, er hätte was Organisatorisches zu besprechen. Ich dachte mir nichts dabei und war gespannt, worum es geht. Da hat er „die Bombe gedropt“, wie man so schön sagt, und mich einfach gefragt, ob ich Lust hätte, das Finale der Six Lounge Series mit ihm zusammen in Berlin zu moderieren. Ich wusste im ersten Moment gar nicht, was ich sagen sollte – es freut mich einfach riesig, diese Chance zu bekommen und in Berlin dabei sein zu dürfen. Es wird für mich das erste Mal sein, so ein Event mit zu moderieren und ich bin jetzt schon tierisch aufgeregt!

Was muss ein Spiel für dich bieten, damit es in den eSport-Olymp aufsteigen kann?

Das Spiel sollte vor allem ein faires Wettkampfsystem haben, anders macht es ja gar keinen Sinn gegeneinander anzutreten – sei es als Team oder Einzelspieler. Ein Spiel im eSport benötigt zudem auch ein mitreißendes und animierendes Spielerlebnis. Warum? Wenn die Community nicht für dieses Spiel brennt, gibt es keinen eSport für dieses Spiel.

Möchtest du unserer Rainbow Six Siege-Community noch etwas auf den Weg geben?

Ich möchte gerne noch sagen, dass jeder einmal mit diesem Spiel angefangen hat. Manche sind besser, manche sind schlechter darin. Seid positiver zueinander und respektiert eure Mitspieler. Wenn jemand aus eurem Team Mist gebaut hat – und das kann wirklich jedem einmal passieren und manche wissen es vielleicht zu dem Zeitpunkt einfach noch nicht besser – dann unterstützt diesen Spieler und motiviert ihn, es das nächstes Mal besser zu machen, statt ihn zu demotivieren oder gar dafür zu beleidigen. Jeder hat das Recht, dieses Spiel zu spielen und manche spielen es nur zum Zeitvertreib, andere, um sich zu messen, wieder andere, um sich jedes Mal zu verbessern. Ihr habt für euren persönlichen Erfolg viel mehr davon, wenn ihr euch gegenseitig unterstützt!