Assassin’s Creed Origins – Einige der wichtigsten Neuerungen im Action-RPG

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Dank der Pyramiden, Oasen und dem kulturellen Umbruch des alten Ägyptens, ist Assassin’s Creed Origins der erste Titel des Franchise, der zeitlich vor den Ereignissen der bisherigen Abenteuer angesiedelt ist – zu einer Zeit, als das was später als Assassinen Bruderschaft bekannt werden sollte, noch in den Windeln lag.

Sowohl Nahkampf als auch die Erkundung des Gebiets und sogar die Art wie Missionen strukturiert sind, kurz einfach alles wurde von Grund auf überarbeitet und neu erfunden, wodurch sich das Erlebnis – wenn auch unzweifelhaft als Assassin’s Creed erkennbar – wie ein Neubeginn der beliebten Spielereihe anfühlt. Zwar kommen in der Welt von Assassin’s Creed Origins weder ausgeklügelte Hilfsmittel und seltsame Technologien zum Einsatz, dafür jedoch sind Götter, Mysterien und Freiheit allgegenwärtig. Wir haben uns in diese Welt gewagt, um uns eine der Regionen nämlich Faiyum genauer anzusehen und mit den Entwicklern von Origins zu gesprochen. Das haben wir erfahren:

Willkommen im alten Ägypten

Ashraf Ismail, Game Director von Assassin’s Creed Origins, weiß so manches darüber wie man gigantische Welten erschafft, leitete er doch bereits die Entwicklung von Assassin’s Creed IV: Black Flag und dessen gigantischer, karibischer Meereslandschaft. Er und sein Team haben ihr gesammeltes Wissen genutzt, um das riesige Alt-Ägypten neu zu erschaffen und es mit den unterschiedlichsten Regionen ausgestattet, in denen man zahllosen Aktivitäten nachgehen kann.

„Wir verfügen bereits über die technologischen Kapazitäten, um gigantische Landschaften zu generieren“, verrät Ismail. „Es handelt sich dabei nicht um eine Stadt, sondern um ein komplettes Land, mit vielen Städten, Dörfern und exotischen Landschaften.“

„Uns ist bewusst, dass vielen die an Ägypten denken, sofort eine Wüste in den Sinn kommt“, erklärt Jean Guesdon, der Creative Director des Spiels und fährt fort „Aber Ägypten ist viel mehr als nur das. Wir haben das Nil Delta, den Nil selbst und tonnenweise Oasen. Dadurch entsteht eine bunte Mischung die von den Grünflächen mit saftiger Fauna des Nil Delta, bis hin zu den Oasen in Faiyum reicht. Es ist die perfekte Spielwiese.“

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Zwar ist die Region Faiyum nur ein sehr kleiner Bestandteil der Spielwelt und die E3-Demo, zu welcher wir Zugang hatten, spielte in einem sogar noch kleineren Abschnitt von Faiyum, jedoch strotze selbst dieser kleine Abschnitt nur so voller Umfang und Vielfalt. Von Wüstenklippen, über belebte Städte bis hin zu sorgfältig gepflegte Äckern mangelte es an nichts. Die opulenten Tempel und geheimnisvollen ägyptischen Ruinen sind umgeben vom gigantischen See Moeris, dessen Krokodile bereits auf ihre nächste Mahlzeit warten. Es ist ein Ort, in dem man sich leicht verlieren kann, während man sich auf die Suche nach Geheimnissen begibt, die Klingen mit Söldnern kreuzt oder sich gegen eine große Bandbreite der tödlichsten Wildtiere verteidigt.

Während unserer ersten Reise nach Faiyum lernten wir auch Bayek von Siwa kennen, das letzte Mitglied eines uralten aussterbenden ägyptischen Militärordens. Die von uns gespielte E3-Demo beginnt mit Bayek auf dem Rücken eines Pferdes, inmitten eines Wüstenpfades, der von Kliffen und Sanddünen umgeben ist, die wir nach Belieben auch erklettern können, um eine bessere Übersicht über unsere Umgebung erhalten zu können. Der eingeschlagene Pfad führt uns zu einem unglaublichen Anblick des Sees Moeris und dessen Städte die ihn umgeben. Zwei pharaonische Statuen wachen über den Eingang zum Tal. Wie wir bald erfahren, handelt es sich dabei um die Relikte einer uralten dahinscheidenden Kultur, die unter der Besatzung und Herrschaft der Ptolemäer, einer griechischen Dynastie zu leiden hatte.

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„Die ägyptische Geschichte umfasst Tausende von Jahren“, erklärt uns Maxime Durand, der lokal Historiker des Entwicklerteams. „Tatsächlich began die Ägyptische Zivilisation ungefähr 3000 Jahre vor der Ära unseres Spiels und das Ptolemäische Ägypten welches wir hier sehen ist in etwa 300 Jahre alt.“

Faiyums Landschaft wirkt belebt. Im Süden des Moeris befindet sich Euhemeria, wo eine stattliche Villa von verkümmerten und ärmlich wirkenden Behausungen umgeben ist, die immer ärmer werden, je näher wir der Hafengegend kommen. Aus dem Stadtzentrum den Straßen folgend, gelangen wir an Marktställen vorbei zum Farmland von Dionysias, wo das Bauernland und dessen (leicht entzündlichen) Strohhütten einen starken Kontrast zu den mit Stoffen behängten griechischen Pavillions und dem gigantische Steintempeln bilden, der zur Ehren des Krokodilgottes Sobek errichtet wurde. Übrigens konnten wir an der Außenseite eine religiöse Prozession bestaunen, mitsamt dem zeremoniellen Boot, welches von den Marschierern getragen wurde.

„Die NPCs in unserer Welt, gehen ihren eigenen Aufgaben nach und das sowohl Nachts als auch tagsüber „, erklärt Ismail.“ Die NPCs leben ihr Leben in unserer Welt und das beinhaltet natürlich auch Dinge wie Arbeiten, Schlafen, Kontaktpflege, Essen, Pinkeln usw. Die Bauern kümmern sich um deren Arbeit, Priester halten Rituale ab, Banditen überfallen und rauben andere aus, Ptolemäische Wachen patrouillieren, verteidigen, transportieren Dinge und vieles mehr. Alle Aktivitäten basieren auf deren Tag/Nacht-Zyklus und je mehr man über die Welt erfährt, umso mehr könnt ihr damit spielen, wann ihr sie wo trefft, attackiert, bestehlt, infiltriert usw.“

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Außerhalb von Dionysias erhebt sich die Wüste, wo Ziegen, Hyänen, Cobras und Kamel-reitende Banditen auf euch warten. Es gibt kleinere Abschnitte der Zivilisation inmitten der Dünen, sowie jede Menge gut versteckte aber interessante Orte die etwas Einzigartiges für Bayek bereithalten.

Die innerhalb der riesigen Spielwelt verteilten Aussichtspunkte warten darauf, von euch erklommen zu werden, zwecks der üblichen Synchronisation. Deren Funktionalität jedoch unterscheidet sich zu den Aussichtspunkten der bisherigen Spiele. Innerhalb unserer Demo dient die Synchronisation nämlich nicht dazu die Karte weiter aufzudecken, sondern eher dazu Schnellreise-Punkte freizuschalten oder mögliche Missionen bzw. weitere möglicherweise interessanten Punkte mit Fragezeichen zu markieren.

Sollte euch die Schnellreise etwas zu schnell sehen, kann sich Bayek auch mittels Pferde, Kamele und Kutschen fortbewegen, die an den nahe gelegenen Ställen gekauft und jederzeit gerufen werden können. Aber keine Sorge, ihr müsst eurem Fortbewegungsmittel nicht ständig die Spohren geben, sondern auch einfach den “Autopilot” nutzen, indem ihr es anweist das es einer Straße folgen soll und dann bei der nächsten Gabelung in die entsprechende Richtung lenkt. Doch die Ställe sind nur vier Arten von Läden die ihr nutzen könnt. Bei Schmieden könnt ihr euch in regelmäßigen Abständen mit neuen Waffen oder Schilden eindecken, Weber versorgen euch mit neuen Kleidungsstücken und innerhalb der Bazaare warten seltene Schätze oder geheimnissvolle Kisten auf euch (die ihr euch mittels der täglichen Aufträge verdienen könnt).

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Das wirkliche Juwel aber, ist der See Moeris selbst. Dessen Ufer sind übersät mit Feluccas, kleinen Fischerbooten die mit hoher Geschwindigkeit über den See rasen können ohne sich um den Wind sorgen zu müssen. Fischer werden sich euch manchmal vorsichtig nähern, falls ihr schwimmend in der Mitte des Sees feststecken solltet und dann still am Bug sitzen, während ihr deren Boot steuert. Die größeren Schiffe die auf dem See patrouillieren, sind jedoch weitaus weniger freundlich, transportieren sie doch Söldner die ohne mit der Wimper zu zucken euer Boot rammen und in Kleinteile zerlegen werden. Umso schöner ist es, wenn man es ihnen nachher zurückzahlen kann, indem man sich an Bord schleicht, alle mit Bayeks versteckter Klinge ausschaltet und simultan alles mitnimmt, was nicht Niet- und Nagelfest ist.

Um jedoch wirklich herausfinden zu können, was Moeris so besonders macht, muss man abtauchen und die relativ ruhige Oberfläche hinter sich lassen. Erstmalig bietet Assassin’s Creed Origins eine übergangsfreie Unterwasserwelt an, die sich vollkommen frei entdecken lässt und neben Schiffswracks auch Unterwasser-Ruinen zu bieten hat, in denen sich Beute befinden könnte. Eines der Highlights von Moeris ist aber definitive der versunkene Temple des Pnepheros, welcher von einer aus dem Wasser herausragenden Sobek Statue markiert ist, sowie ein Schiffswrack, dessen Goldschätze auch Schlüssel zu einer der Missionen dieser Demo waren. Beides stellt eine wunderbare Gelegenheit dar, um Bayeks Animus Puls Fähigkeit zu nutzen, eine Welle die potenzielle Beute oder interessante Punkte mit kurzen, flickernden Funken markiert.

IN Assassin’s Creed Origins GIBT ES EINEN FLIEßENDEN ÜBERGANG ZWISCHEN DER WELT UNTERWASSER UND DEM REST DER SPIELWELT

Ob ihr jetzt auf Tauchstation geht, um die versunkenen Schätze zu finden oder einfach nur eine Runde schwimmen wollt, ihr solltet stets das Wildleben im Auge behalten, schließlich ist Moeris auch die Heimat unzähliger Nilpferde und Krokodilen, die dazu neigen z.B. Fischerboote oder euch euch anzugreifen, wenn sie sich bedroht fühlen. Glücklicherweise kann sich Bayek hervorragend dagegen wehren, was einerseits dem Kampfsystem zu verdanken ist, dass nun noch flexibler als jemals zuvor ist.

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Wie sich das Kampfsystem verändert hat

Bayek ist ein außergewöhnlicher Mann, der über Fähigkeiten verfügt, die weit über die Fähigkeiten bereits bekannter Assassinen hinausgeht. Der Hauptgrund dafür liegt in der Art, wie dieser in den Kampf zieht. Während sich die Kämpfe in Assassin’s Creed bisher darauf konzentrierten, mittels Insta-Kills kleinere Ansammlungen von Gegnern auszuschalten, fallen Bayeks Taktiken wesentlich direkter und aggressiver aus. Seine Nahkampfangriffe bestehen meist aus Kombo-Angriffen, Ausweichschritten und Abwehrmechaniken. Es gelingt ihm Gegner auf große Distanz oder auch mittels gekonnter Stealth-Angriffe auszuschalten. In einem Kopf-an-Kopf-Kampf, werden Gegner ihre Angriffe miteinander koordinieren, vor stürmen und Pfeile verschießen, während ihr damit beschäftigt seid, deren Kameraden zu bekämpfen. Der Ausweichen-Button wird also wesentlich häufiger zum Einsatz kommen als bisher. Bayek kann zudem mit seinem Schild Angriffe abblocken, so lange sich diese nicht bewegen oder sie mit einem Schlag aus der Balance bringen. Es ist sogar möglich, mitten in einer Combo eine Rauchbombe zu werfen, was vor allem dann hilfreich ist, wenn man gerade von Gegnern umzingelt ist.

„Die Philosophie hinter unserem Kampfsystem ist eine völlig andere als bisher und das bringt natürlich auch eine andere Steuerung mit sich“, sagt Ashraf Ismail. „Die Standard-Steuerung fühlt sich zwar vollkommen anders als die in bisherigen Assassin’s Creed Spielen an, passt aber wunderbar zum neuen Kampfsystem. Diejenigen die sich aber nach der bisherigen Steuerung zurück sehnen, werden auch die Möglichkeit haben, auf diese zurück zu wechseln. In Sachen Gameplay wird sich aber alles darum drehen zu lernen, wie sich jede Waffe im Kampf verhält und wie man damit am besten umgeht. Es steckt eine ganze Menge Tiefe in dem neuen Kampfsystem und es wird auch wichtig sein darauf zu achten, welche Waffen eure Gegner verwenden, denn dies wird sich auf ihre Verhaltensweisen auswirken.“

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Durch die Möglichkeit sich auf einen Gegner aufzuschalten und den schnellen Wechsel zwischen den Gegnern, kann Bayek einen ganzen Wirbelwind aus leichten Angriffen entfachen, um die schwächsten Gegner schneller auszuschalten, während seine langsameren dafür jedoch schwereren Angriffe besonders effektiv gegen Schildträger sind und Gegner ins Taumeln bringen kann. Bayek verfügt auch über eine Adrenalin-Anzeige, die am unteren Bereich des Bildschirms sichtbar ist und während eines Kampfes aufgeladen wird. Je nach Art der Waffe, lässt sich anschließend ein verheerender, alles zerschmetternder Angriff ausführen der mehr als genug Schaden verursacht, um die meisten eurer Gegner zur Strecke zu bringen oder eine Art Blutrausch, der Bayek kurzfristig stärker, schneller und widerstandsfähiger gegen Schäden macht.

„Das Wichtige dabei ist, dass man Adrenalin mit jeder beliebigen Waffe aufbauen und dann zu einer anderen Waffe wechseln kann, um diesen überwältigenden Angriff auszuführen. Dadurch steht es einem vollkommen frei, mit welchen Nahkampfwaffen man die Mission angehen will.“

Zu Beginn der Faiyum-Demo verfügte Bayek lediglich über ein Khopesh (ein Sichel-artiges ägyptisches Schwert) aus Bronze und einen Eisenspeer der zwar weniger Schaden verursacht, dafür jedoch eine größere Reichweite besitzt. Neue Waffen der unterschiedlichsten Seltenheitsstufen sind innerhalb der Open World als Beute zu finden und wenn man sich etwas in den befestigten Söldner-Lagern umsieht, gibt es dort auch so manch neue Schwerter, Schilde, Dolche, schwere Keulen und vieles mehr zu entdecken, dass euch neue Möglichkeiten im Nahkampf eröffnen wird. Eine vollständige Liste der Waffenkategorien besteht laut Ismail aus normalen Schwertern, Sichelschwertern, zwei Klingen, schweren Keulen, schweren Schwertern, Zeptern sowie Speeren und Bayek kann notfalls auch ohne Waffen kämpfen. Es lässt sich eine recht ansehnliche Menge an Ausrüstung für die unterschiedlichsten Zwecke finden und später auch Schnellwechsel-Slots, die es euch ermöglichen werden zwischen zwei Nahkampfwaffen oder dem Bögen umzuschalten, ohne jemals den Inventar-Bildschirm aufrufen zu müssen.

ein gut gezielter Schuss REICHT SCHON aus, um die Käfige gefangener Löwen und Hyänen aufzubrechen, die ihrerseits dann für eine tödliche Ablenkung SORGEN.

„Manche Waffen sind speziell auf eine ganz bestimmte Art von Gegnern ausgelegt“, verrät Ismail. „Bei Gegnern mit Schilden lohnt sich beispielsweise eher der Griff zu schweren Waffen, den diese können deren Verteidigung leichter durchbrechen. Hingegen sind Gegner die besonders flink ausweichen können, wesentlich schwieriger mit einer schweren Waffe zu besiegen. In solchen Fällen sollte man daher eher zu einer Waffe mit großer Reichweite greifen.“

Wenn ihr euch allerdings gar nicht erst auf einen Nahkampf einlassen wollte, dann werdet ihr auch aus einer großen Menge an Bögen wählen können. Der Standard Jäger-Bogen ist mehr oder weniger genau das was man erwartet: Er verfügt über eine hohe Präzision und gestattet euch so z.B. Gegner auf große Distanz mit Feuerpfeilen zu bekämpfen. Doch während das speziell bei Gefechten auf große Distanz sinnvoll ist, kann Bayek auch eine große Sammlung verschiedenster Bögen nutzen, die allesamt ihre eigenen Stärken und Schwächen haben.

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Wenn ihr euch beispielsweise gerade im Nahkampf befindet, wird euch der Jägerbogen deutlich besser dabei helfen können mit mehreren Gegnern auf einmal fertig zu werden, schließlich ermöglicht er es euch ähnlich einer Schrotflinte gleich bis zu 5 Pfeile zu verschießen. Ein leichterer Bogen hingegen erlaubt es euch Fünf Pfeile schnell hintereinander zu verschießen und das ohne ständig die Szene nach hinten ziehen zu müssen. Dann gibt es da noch den Raubtier-Bogen, der sich eher an Scharfschützen richtet, da er extrem präzise ist und sogar über die Möglichkeit verfügt, in der First-Person-Perspektive zu zielen, ohne Rückstoß und dazu noch mit der freischaltbaren Fähigkeit den Pfeil im Flug zu steuern.

„Wir haben sehr intensiv daran geabeitet, schnell und effektiv zwischen Bögen und Nahkampf umschalten zu können, ohne das es zu großen Veränderungen bei der Kamera kommt“, erklärt Ismail. „Die Spieler werden schnell herausfinden, dass ein Bogen im Nahkampf extrem stark sein kann. Beispielsweise kann ein maximal geladener Schuss aus dem Jägerbogen auch ein Schild durchbrechen und den Gegner zu Boden werfen. Eine schnelle Nutzung des leichten Bogens hingegen kann Gegner hinter einem Schild schwächen, wenn diese auf einen zu stürmen. Und ein maximal geladener Schuss aus dem Krieger-Bogen, werden jeden Gegner umhauen.“

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Solltet ihr einen eher indirekten Angriff bevorzugen, reicht schon ein gut gezielter Schuss aus um die Käfige gefangener Löwen und Hyänen aufzubrechen, die ihrerseits dann für eine tödliche Ablenkung sorgen werden. Solltet ihr in der Nähe einer Feuerquelle sein, könnt ihr eure Pfeile auch entzünden um dann die roten Amphoren mit Öl die überall in der Welt verteilt sind zu eurem Vorteil zu nutzen. Speziell kleinere, gegnerische Boote können so schnell in Brand gesetzt werden und unter dem Gewicht seiner Besitzer versenkt werden (die dann ihrerseits versuchen werden andere Boote zu erreichen, um den Kampf von dort aus fortsetzen zu können).

Bayeks Waffen und Fähigkeiten zu kennen, ist besonders von essenzieller Bedeutung wenn ihr gegen die jüngste Neuerung in Origins bestehen wollt: Boss-Kämpfe gegen extrem furchterregende Gegner und seltsame Kreaturen. Im Rahmen eines Arena-Kampfes haben wir uns einem solchen Boss in Krokodilopolis entgegen gestellt. Die Waffe seiner Wahl war eine Menschenfalle (Anmerk. d. Red.: Der Name passt wie die Faust auf’s Auge!), ein mit Stacheln übersäter, Gabel-ähnlicher Stab mit dem er Bayek ergriff und quer durch die Arena in die rotierenden Stachel-Fallen schleuderte.

Die Tricks eines Assassinen

Bayek ist mehr als nur ein einfacher Krieger – er ist ein Assassine und hat als solcher auch eine ganze Reihe an Werkzeugen und Fähigkeiten, die ihm einen Vorteil auf dem Schlachtfeld verleihen. Seine versteckte Klinge gehört mit dazu, aber ist nur eines von vielen beständigen Gegenständen – auch ein Gesundheits-verbessernder Schutzpanzer, Schaden-verstärkende Armbänder und vieles mehr gehören dazu. All das wird Bayek im Verlauf seiner Reise erhalten und aufwerten müssen.

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„Zu Beginn des Spiels verfügt Bayek bereits über eine Grundausstattung, mit Ausnahme der versteckten Klinge“, verrät Ashraf Ismail. „Seine Grundausstattung beginnt auf Stufe 1 und kann durch weitere Anfertigungen im Verlauf des Spiels weiter ausgebaut werden, die sich dann sowohl auf die Ausrüstung als auch das Aussehen auswirken. Die versteckte Klinge wird er im Verlauf der Handlung erhalten und es wird absolut notwendig sein, diese kontinuierlich weiterzuentwickeln wenn man sie auch weiterhin nutzen können möchte. Alternativ könnt ihr auch verdeckt vorgehen oder direkt in den Konflikt gehen.“

Da wir gerade bei verdeckten Angriffen sind: Es dürfte es euch wesentlich einfacher fallen, in nächtlichen Einsätzen durch feindliche Lager zu schleichen als tagsüber, denn nachts ist die Sichtweite nicht sonderlich groß und einige der Wachen schlafen. Wenn ihr jedoch keine Lust darauf habt so lange zu warten, dann könnt ihr bis zum Anbruch der Nacht „vorspulen“, indem ihr Bayek meditieren lasst.

„Während manche Wachen nachts schlafen, ist die Kehrseite der Medailie, dass dafür aber mehr Banditen nachts unterwegs sind. Das heißt, dass es auch verstärkt zu Angriffen oder Hinterhalten kommen kann und das sollte man immer im Hinterkopf behalten.“

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Innerhalb der Demo verfügt Bayek über eine Hand voll Betäubungspfeile die Gegner für einige Sekunden ausschalten können und genau diese Sekunden können entscheidend sein wenn ihr z.B. fliehen müsst. Im späteren Verlauf werden diese besonders wichtig sein, um Tiere wie z.B. Krokodile, Nilpferde, Löwen, und viele mehr zu zähmen, die Bayek dann loyal in die Schlacht folgen und seine Befehle bis zum Tod befolgen werden. Das ist aber erst der Anfang, denn Bayeks Repertoire kann später auch Brandbomben, Giftwolken, Fallen und vieles mehr beinhalten.

All diese Fähigkeiten werden über einen Skill-Tree der in die drei Kategorien “Jäger”, “Krieger” und “Seher” unterteilt ist freigeschaltet werden wobei jede Kategorie auf eine bestimmte Art Spieler zugeschnitten ist und entsprechende Funktionen besitzt.

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„Wir wollen, dass Spieler ihre eigene Spielweise entdecken und verfolgen können, indem sie die entsprechende Fähigkeiten-Statistik nutzen“, erklärt Ismail. „Der Pfad des Jägers beispielsweise ist mehr auf Fernkämpfer und jene Spieler ausgelegt, die möglichst unsichtbar agieren wollen. Krieger hingegen konzentriert sich mehr auf Nahkampf und der Pfad des Sehers unterstützt Spieler bei der Manipulation der Umgebung durch entsprechende Assassinen Hilfsmittel, ökonomische Überzeugungskraft, Zähmung von Wildtieren usw.“

Bayek verfügt außerdem auch noch über einen nahezu unerschöpflichen Vorrat an Fackeln, die er dazu verwenden kann, besonders dunkle Bereiche zu erleuchten. Zusätzlich dazu besitzen diese aber auch noch eine etwas heimtückischere Funktion: Er (Bayek) kann sie nämlich auch werfen, um beispielsweise bestimmte Materialen zu entzünden, Strohhütten in Brand zu setzen oder Brände durch Ölpfützen zu entfachen. Solltet ihr der Welt zeigen wollen, was für ein Teufelskerl in euch steckt (und das euch auch kleinere Verbrennungen nicht aufhalten) könnt ihr sogar bevor ihr einen Todessprung absolviert, den darunter warteten Heuhaufen werfen und erst dann springen.

„Mal davon abgesehen, dass man zusehen kann, wie Dinge brennen, kann man Feuer auch als Ablenkungsmanöver nutzen“, verrät Ismail. „Wächter in der Nähe werden sich der Brände nähern um diese zu untersuchen und sogar zu löschen. Besonders große Feuer können zudem eine Panik auslösen, sodass die Menschen fliehen. So gesehen, kann man es also auch dazu nutzen, verdeckt zu bleiben, oder die Aufmerksamkeit der Wachen abzulenken.“

Ein neuer Missionsansatz

Der Schlüssel zur Erkundung in Assassin’s Creed Origins ist Bayeks ständiger Begleiter Senu, der auch den Ursprung der bekannten „Adlerauge-Sicht“ darstellt. Statt jedoch der deutlich farbenfroheren Sicht über welche die späteren Assassinen verfügten, kann Bayek lediglich seinen Gefährten los schicken, um eine bessere Übersicht über seine Umgebung zu erhalten. Darüber hinaus lässt sich auch die Fähigkeit freischalten, potenzielle Bedrohungen zu markieren, damit sie Bayek rechtzeitig sehen kann oder Gegner abzulenken, indem Senu direkt aus dem Himmel auf sie hinab stürzt.

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Abschließend kann sie auch Missionsziele innerhalb der näheren Umgebung aufdecken, was besonders sinnvoll erscheint wenn man bedenkt, dass es in Assassin’s Creed Origins keine traditionelle Mini-Karte mehr gibt und man stattdessen auf frei-schwebende Markierungen angewiesen ist, die einem die entsprechende Richtung anweisen.

„Es war nicht unser Ziel die Hände der Spieler zu halten“, sagt Jean Guesdon und fährt fort: „Aus diesem Grund haben wir die Mini-Karte vollständig entfernt. Wir wollen, dass ihr euch voll und ganz auf das Erlebnis konzentrieren und diese wunderschöne Welt entdecken könnt. Ihr werdet [im Gegensatz zum Vorgänger] die ganzen Symbole also nur dann [auf der Karte] sehen, indem ihr sie selbst entdeckt.“

Doch die Markierungen die man erhält sind nicht immer allzu exakt, was aber auch zum Spaß dazu gehört. Unsere erste Aufgabe innerhalb der Demo bestand darin Hotephres zu finden, einen griechischen Informanten der auf einem Schiff den Moeris besegelt, dass eine Statue transportiert. Wir wussten zwar ungefähr wo er sein könnte, aber statt den gesamten riesigen See mit einem Segelboot abzufahren, haben wir einfach Senu losgeschickt.

Sobald sich Senu dem entsprechenden Ziel nähert, erscheint ein gelbes Symbol. Wir haben an diesem Punkt mitten in der Luft angehalten und die Umgebung so lange abgesucht, bis sich ein gelber Kreis um die Position von Hotephres Schiff gelegt hatte.

„WIR WOLLTEN NICHT die Hände der Spieler halten. Aus diesem Grund haben wir die Mini-Karte vollständig entfernt. Wir wollen, dass ihr euch voll und ganz auf das Erlebnis konzentrieren und diese wunderschöne Welt entdecken könnt.“ – Jean Guesdon, Creative Director

Das sich die neue Struktur der Assassin’s Creed Origins Missionsaufträge nicht lediglich darauf beschränkt, einfach einen weiteren Schritt durchführen zu müssen, wurde dadurch umso deutlicher. Statt euch einfach von Punkt A nach Punkt B zu schicken, verfolgt Origins einen offeneren Ansatz um euch die Missionsziele entdecken zu lassen. So könnt ihr diesen auch wann immer ihr wollt nachgehen. Nachdem wir beispielsweise Hotephres besucht hatten, erhielten wir den Auftrag seine Frau Khenut aufzusuchen. Khenut wiederrum sollte angeblich über Informationen zu der Identität einer unheimlichen Figur namens „Das Krokodil“ verfügen. Doch nach dem Gespräch mit einem von Hotephres Hafenarbeitern, erfuhren wir auch von Bauern in Dionysias, die während eines Feuers starben, als deren Felder von Unbekannten angezündet wurden.

Zu diesem Zeitpunkt – oder eigentlich jedem x-beliebigen Zeitpunkt – an dem wir von angesprochenen Passanten Informationen zu einer möglichen Mission erhielten, konnten wir uns dazu entscheiden dieser zu folgen, oder uns einer anderen zu widmen. Ihr werdet also nicht einfach mit einem „Mission fehlgeschlagen“ oder gar eine Desynchronisierung abgespeist, falls ihr vom „korrekten“ Weg abkommt. Wir konnten uns sogar während einer Mission sehr weit entfernen und uns einer anderen widmen, um danach wieder zur ersten zurückzukehren. Es ist diese Art von Flexibilität die euch wesentlich mehr Freiheit darin lässt, wie ihr eure Aufträge erfüllen wollt. Ihr erhaltet quasi nur das Missionsziel, den Zielort, erfahrt etwas über möglich Gefahren und könnt euch dann frei entscheiden, wie ihr vorgehen wollt.

Der Ursprung der Bruderschaft

Wie der Titel bereits verrät, geht es in Assassin’s Creed Origins nicht nur darum, mal kurz in der Zeit zurück zu reisen und zu erfahren, wie die alten Assassinen ihre Ziele ausgeschaltet haben. Bayek ist der letzte der Medjay, einem Nubianischen Kriegerorden die den Pharaoen als Agenten hunderte von Jahre lang treue Dienste leisteten, Städte schützten und Tempel vor Bedrohungen aller Art bewahrten. In seiner Heimatstadt Siwa, wird er als Held betrachtet, aber der Rest von Ägypten, in dem die griechischen Ptolemäen größeren Einfluss haben, betrachten ihn die Herrscher mehr als ein unangenehmes Relikt einer längst vergangenen Zeit.

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„Zur Zeit von Bayek waren die Medjay ohne Existenzgrundlage, schließlich gab es ja auch keine Pharaonen mehr“ erklärt Maxime Durand. „Andere lösten später die Medjay ab.“

Bayek glaubt fest an den Zweck seiner Mission und daran, dass er die Unterstützung der ägyptischen Götter hat. Aber trotz allem fühlt er auch den Druck, sich an eine ständig wachsende Umgebung anpassen zu müssen. Diese Veränderungen werden später das Fundament für viele Symbole in Assassin’s Creed werden.

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„War es einfach so, dass sich irgendwann mal jemand dazu entschieden hat, eine Kapuze aufzuziehen? Nein, alles hat eine Hintergrundgeschichte und um genau diese Erlebnisse geht es auch in unserem Spiel.“

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Assassin’s Creed Origins erscheint am 27. Oktober für PS4, PC und Xbox One.